Archiv 2012

29.02.2012

DUH kritisiert starke Unterschiede der Länder im Vollzug der Verpackungsverordnung

DUH Geschäftsführer Resch fordert die Bundesländer auf, 

einen ordnungsgemäßen Vollzug zur Verpackungsverordnung sicher zu stellen
 
Berlin, 29. Februar 2012: Unternehmen in Deutschland melden jährlich fast zwei Millionen Tonnen an Verpackungen nicht ordnungsgemäß an und ersparen sich so Entsorgungskosten in Höhe von über 700 Millionen Euro. Die gesetzwidrige Unterschlagung von Verpackungsmengen führt zu höheren Umwelt- und Klimabelastungen. Denn als Folge der geringeren Mengenmeldung muss auch nur ein kleinerer Teil stofflich recycelt werden – der Rest landet in der Müllverbrennung. Wie unterschiedlich die für den Gesetzesvollzug zuständigen Landesbehörden gegen Schummeleien bei der Meldung von Verpackungsmengen arbeiten zeigt eine Untersuchung der Deutschen Umwelthilfe e. V. (DUH) zur Kontrollpraxis der Bundesländer.


Ergebnis: Eine Kontrolle findet in den meisten Bundesländern eher symbolisch statt. Insgesamt ist das Risiko, erwischt zu werden, sehr gering und damit die Verlockung für die Unternehmen groß, bei der Lizenzierung von Verpackungsmengen zu betrügen. Interessant ist zudem der Umstand, dass die Kontrollmethoden der Umweltministerien als oberste Umweltbehörden von Land zu Land erheblich variieren.


„Während jeder Falschparker ein hohes Risiko läuft, dafür ein Bußgeld zu kassieren, ist der Staat großen Unternehmen gegenüber bei Verstößen gegen Umwelt- und Klimaschutzauflagen generös und ermöglicht ihnen Sondergewinne in Millionenhöhe zu Lasten der Umwelt. Die Folge: Deutschland rechnet sich beim Recyceln von Verpackungsabfällen schön und befeuert seine Müllverbrennungsanlagen mit wertvollen Rohstoffen, die aus Klimaschutzgründen stofflich recycelt werden müssten“, erklärt DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch.


Die DUH bewertet die Kontrollaktivitäten der Bundesländer bei der Verpackungsentsorgung nach einem Ampelmodell (rot, gelb, grün). Dabei landen nur Nordrhein-Westfalen, Bayern und Sachsen-Anhalt im grünen Bereich. Die Mehrzahl der Länder (insgesamt neun) erhält eine „gelbe“ Bewertung. Thüringen, Berlin, Bremen und Rheinland-Pfalz bilden die „roten“ Schlusslichter. Das DUH-Ranking erfolgt nach einem Top-Runner-Ansatz, wobei bei jedem der 17 Bewertungskriterien jeweils die drei besten Bundesländer die volle Punktzahl bekommen.


„Die Top-3-Bundesländer im Länderranking zeichnen sich dadurch aus, dass sie in der Regel vorhandene Vollzugsmöglichkeiten konsequent nutzen“, erklärt die Leiterin Kreislaufwirtschaft bei der DUH, Maria Elander. Vor allem Nordrhein-Westfalen habe als Klassenbester bewiesen, dass es trotz unbestreitbarer Schwächen im System möglich ist, die Regelungen der Verpackungsverordnung zu kontrollieren. Das Länderranking zeige in aller Deutlichkeit, dass dreizehn von sechzehn Bundesländern bei der Kontrolle der Verpackungsverordnung offensichtlich eine eher laxe Haltung zeigen. „Damit laden die meisten Bundesländer zu Betrügereien regelrecht ein“, erklärt Elander.


Im Detail ergeben sich aus den Antworten der Bundesländer auch Hinweise auf eine mögliche „Best Practice“ bei der Kontrolle der Verpackungslizenzierung unter den derzeit geltenden – unzureichenden – Rahmenbedingungen. Die DUH fordert deshalb alle Bundesländer auf, diesen Standard unverzüglich umzusetzen. Darüber hinaus müsse die Kontrolle der Verpackungsentsorgung in Deutschland insgesamt verbessert werden, fordert Resch. „Wir brauchen mehr Transparenz, einen besseren Vollzug, höhere gesetzliche Recyclingquoten und endlich auch eine klare Festlegung von Qualitätskriterien für das Recycling von Verpackungen.“


Obwohl beim Recycling in den letzten Jahren in rascher Frequenz Technologiesprünge erfolgten und die Branche in vielen Sektoren geradezu zu einem Motor der Ressourceneffizienz wurde, gebe es seit zwölf Jahren keine Erhöhung der Mindest-Recyclingquoten für Verpackungen. Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) agiert auch in der Frage der Rohstoffeffizienz und Kreislaufwirtschaft im Interesse großer Unternehmen und nicht im Sinne der Nachhaltigkeit. Wie Hohn klingt hier seine Ankündigung, Deutschland zur weltweit ressourceneffizientesten Volkswirtschaft zu machen. „Wer die Effizienzgesellschaft zum Ziel erklärt, kann nicht einer minderwertigen Aufarbeitung oder der Verbrennung von knapp zwei Dritteln der Kunststoffverpackungen tatenlos zusehen“, sagt Resch.


Wie die einzelnen Bundesländer im Länderranking abgeschnitten haben, welche Kriterien bewertet wurden, sowie eine Auflistung von „Best Practice“-Beispielen für die Kontrolle der Verpackungslizenzierung können Sie dem DUH-Hintergrund „Vollzug der Verpackungsverordnung: Die Bundesländer im Vergleich“ am Ende dieser Seite entnehmen.

Quelle: Pressemitteilung der DUH - www.duh.de

Oktober 2012

Neues Onlineangebot der Susa Solutions GmbH zu Stoffgleichen Nichtverpackungen

Beratungs-, Informations- und Schulungsangebote rund um das Thema Stoffgleiche Nichtverpackungen  
Ab sofort hat die Susa Solutions GmbH eine Internetseite zum Thema Stoffgleiche Nichtverpackungen online gestellt. Unter www.stoffgleiche-nichtverpackungen.de können sich interessierte Personen und Kreise zum Thema Stoffgleiche Nichtverpackungen informieren. Die Susa Solutions GmbH stellt dort auch ihr Dienstleistungsspektrum zu dem Thema vor, welches sich derzeit noch auf die Durchführung von Schulungen sowie eine auf das neue Wertstoffgesetz ausgerichtete Strategieberatung für Entsorger, Kommunen und ggf. zukünftig betroffene Produzenten beschränkt. In Kooperation mit der Exner Trenntechnik GmbH aus Langelsheim können über die Internetseiten auch Aufträge zur Probesortierung von bereits eingeführten Wertstofftonnen beauftragt werden. Dabei wird besonders viel Wert auf die Ermittlung des Rohstoffpotentials gelegt. Die Ergebnisse können direkt Eingang in finanzanalystische Bewertungen zur Wertstofftonne finden.